Mutmacherin Mirjam Blumenthal vom Aktionsbündnis Britz

© SPD Neukoelln. Foto: Simone M. Neumann

1. Wer seid ihr und was waren die Beweggründe für die Gründung eurer Initiative?
Die Initiative Aktionsbündnis Britz (http://www.aktionsbuendnis-britz.de/) ist in Berlin-Neukölln aktiv. Wir haben uns gegründet mit dem Ziel öffentlichkeitswirksam auf umtriebige Gegner der Demokratie, sprich Rechte-Nazis-Rassisten, aufmerksam zu machen. Hintergrund waren die beiden Brandanschläge auf das Anton-Schmaus-Haus der Falken Neukölln, welches inzwischen durch einen hohen Sicherheitszaun mit vielen technischen Raffinessen geschützt werden muss. Zeitgleich wurden einige von uns bedroht, körperlich angegriffen und verfolgt. Wir machten unseren Kiez darauf aufmerksam und organisierten eine Lichterkette, die sehr großen Erfolg hatte. Anschließend machten wir mit weiteren Aktionen weiter. Z.B. haben wir ein kleines Kinderbuch „Das fremde Mädchen“ entwickelt, welches sich mit dem Thema Flucht auseinandersetzt. Es wurde 15.000 mal an den Neuköllner Grundschulen verteilt. Begleitend dazu haben wir einen Medienkoffer für die Grundschularbeit entwickelt.

2. Was konntet Ihr erreichen, wo seid ihr auf Hindernisse gestoßen?
Wir haben viele Menschen erreicht, die sich durch unsere Aktionen unterschiedlich versammeln und inhaltlich mit dem Wert der Demokratie auseinander gesetzt haben. Wir haben Nachbarn zusammengeholt. Wir haben gezeigt, wie leicht Solidarität funktioniert.
Hindernisse haben wir durch einzelne Anwohner*innen erfahren, die Angst haben, dass wir durch die Öffentlichkeit eher mehr Demokratiegegner in die Siedlung locken.

3. Welchen Rat könnt Ihr anderen geben?
Nicht aufgeben! Vernetzt Euch! Seid unbequem indem ihr die richtigen Fragen stellt. Zwingt die Politik aber auch die Zivilbevölkerung sich zu positionieren und Stellung zu beziehen. Bezieht Kinder und Jugendliche mit ein. Dort liegt die Zukunft!

4. Was muss sich ändern, damit Initiativen wie eure erfolgreicher sein können?
Die Projektförderungen müssen verändert werden. Es muss aber auch mehr Anerkennung für zivilgesellschaftliches Engagement geben. Gleichzeitig müssen wir jedoch darauf hinweisen, dass alle Aktiven in der Initiativen Mutterverbänden angehören. Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Sportverbänden, Jugendverbänden – dort muss die hauptsächliche Arbeit geleistet werden. Die zunehmende Individualisierung von Gruppen schwächt die bestehenden Verbände, die wichtig sind für die demokratische Kultur.

5. Was erwartet ihr von unserer Initiative Demokratie Plus?
Vernetzung, Aufmerksamkeit. Menschen Mut machen, Demokratie nicht nur alle Jahre durch ein Kreuz auf dem Wahlzettel zu leben.

Ein Gedanke zu “Mutmacherin Mirjam Blumenthal vom Aktionsbündnis Britz

  1. Simone Tzotschew

    Hallo,
    Das Buch das fremde Mädchen.
    Wo kann man das kaufen?

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