Mutmacherin Mirjam Blumenthal vom Aktionsbündnis Britz

© SPD Neukoelln. Foto: Simone M. Neumann

1. Wer seid ihr und was waren die Beweggründe für die Gründung eurer Initiative?
Die Initiative Aktionsbündnis Britz (http://www.aktionsbuendnis-britz.de/) ist in Berlin-Neukölln aktiv. Wir haben uns gegründet mit dem Ziel öffentlichkeitswirksam auf umtriebige Gegner der Demokratie, sprich Rechte-Nazis-Rassisten, aufmerksam zu machen. Hintergrund waren die beiden Brandanschläge auf das Anton-Schmaus-Haus der Falken Neukölln, welches inzwischen durch einen hohen Sicherheitszaun mit vielen technischen Raffinessen geschützt werden muss. Zeitgleich wurden einige von uns bedroht, körperlich angegriffen und verfolgt. Wir machten unseren Kiez darauf aufmerksam und organisierten eine Lichterkette, die sehr großen Erfolg hatte. Anschließend machten wir mit weiteren Aktionen weiter. Z.B. haben wir ein kleines Kinderbuch „Das fremde Mädchen“ entwickelt, welches sich mit dem Thema Flucht auseinandersetzt. Es wurde 15.000 mal an den Neuköllner Grundschulen verteilt. Begleitend dazu haben wir einen Medienkoffer für die Grundschularbeit entwickelt. Weiterlesen…

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Mutmacher Dr. Zülfukar Çetin vom Türkischen Bund Berlin-Brandenburg

© Dr. Zülfukar Çetin

© Dr. Zülfukar Çetin

1. Wer seid ihr und was waren die Beweggründe für die Gründung eurer Initiative?

Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg ist ein parteiunabhängiger, überkonfessioneller, demokratischer Dachverband von Organisationen und Einzelpersonen aus Berlin und Brandenburg. Als Migrantenorganisation setzt sich der TBB gemeinsam mit Verwaltungsinstitutionen und anderen Organisationen für die rechtliche, soziale und politische Gleichstellung und -behandlung von Menschen ein, die Erfahrungen (nicht nur) mit institutionellem und alltäglichem Rassismus machen. Außerdem solidarisiert sich der TBB mit allen Menschen und Organisationen, die sich für das diskriminierungsfreie- bzw. diskriminierungsarme Zusammenleben engagieren. Gegenseitige Wertschätzung und Respekt sind Grundlage des Handelns des TBB.

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Mutmacherin Keshia Fredua-Mensah von #SchauHin

  1. © Kübra Gümüsay

    © Kübra Gümüsay

    Wer seid ihr und was waren die Beweggründe für die Gründung eurer Initiative?

#SchauHin gründete sich im Herbst 2013, im Anschluss an eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema “Rassismus & Sexismus abbloggen”. Klar wurde: Während die Sexismus-Debatte große mediale Aufmerksamkeit genoss, insbesondere im Internet, hatte die Diskussion um die Sichtbarkeit der Geschichten von Menschen, die in Deutschland täglich mit Rassismus konfrontiert sind, noch keine Plattform erhalten. Und so entstand die Idee des Hashtags #SchauHin, gegründet von Kübra Gümüşay, Jamie Schearer und Sabine Mohamed, die alle drei als Diskutantinnen eingeladen waren. #SchauHin sollte die Erfahrungen von Alltagsrassismus mithilfe von Social-Media-Plattformen wie Twitter und Facebook sammeln und aufzeigen, dass Rassismus in Deutschland nicht ausschließlich rechtsradikale Formen annimmt. Im Gegenteil, Rassismus begegnet uns alltäglich, auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt, in der Schule, am Ausbildungsplatz und in der Uni.

Doch wir wollen auch darauf aufmerksam machen, dass Alltagsrassismus mehr ist als ein paar unglückliche “Einzelfälle”. Über Alltagsrassismus zu sprechen bedeutet auch über strukturellen Rassismus zu sprechen. Alltagsrassismus führt Machtverhältnisse oft auf vermeintlich harmlose oder gar unsichtbare Weise fort und Rassismus wird somit salonfähig gemacht. In unserer Arbeit wollen wir darum immer wieder darauf hinweisen: Alltagsrassismus kann nicht alleine stehen. Er hat seine Wurzeln im strukturellen Rassismus, ist daher unbedingt als solcher zu kennzeichnen und bedient sich vieler weiterer Diskriminierungsformen.

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